Senioren und Seniorinnen debattieren mit ihren Abgeordneten

Die Seniorenvertretung setzt ihre erfolgreiche Reihe „Senioren und Seniorinnen diskutieren mit Volksvertreter*innen aus ihrem Bezirk“ fort.

Dieses Format hat sich als äußerst effektiv erwiesen, um den Dialog zwischen den Bürgern und ihren Vertretern zu fördern und wichtige Themen zu diskutieren. Diese können dann sogar in die BVV oder ins Abgeordnetenhaus getragen werden.

Beim nächsten Termin, am 30. Mai, sprechen wir in der Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut mit unserem Abgeordneten Christopher Förster.

In gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen können die Seniorinnen und Senioren ihre Sorgen und Anliegen direkt an den Abgeordneten herantragen.

Besonders das Thema Wohnen und Wohnumfeld haben bei der älteren Bevölkerung besondere Bedeutung. Hier entstehen stets auch Fragen zum Thema „Sicherheit und Ordnung“, „Mobilität“ sowie „funktionierende bürgernahe Verwaltung“.

Letztlich geht es immer darum, dass Bürgerinnen und Bürger, die ihre Stadt ihren Politikern anvertraut haben, in eben dieser Stadt in Würde alt werden können.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, an dem Gespräch teilzunehmen und sich damit aktiv an der Gestaltung ihres Viertels zu beteiligen. Wir freuen uns auf einen spannenden Meinungs- und Informationsaustausch.

Wann: Donnerstag 30. Mai von 11:00 bis 14:00 Uhr

Wo: Seniorenfreizeitstätte „Bruno Taut“
Fritz-Reuter-Allee 50, 12359 Berlin

Fahrverbindung U-Bhf. Parchimer Allee oder U-Bhf. Blaschkoallee

Seniorenvertretung Neukölln

Ein tolles Nachbarschaftsfest – ein buntes Programm

Am 31. Mai, dem Tag der Nachbarschaft finden zum wiederholten Mal die „Langen Tafeln Neukölln“ statt. An allen 19 Standorten – vom Rathaus bis hinunter nach Rudow – beginnt diese gemeinschaftsfördernde Veranstaltung am Freitag um 14:30 Uhr.

Neben der Hufeisentreppe (Fritz‑Reuter‑Allee 50) gestaltet die Senioren­vertretung Neukölln zusammen mit der Britzer Stadtmissions­gemeinde eine solche 40 Meter lange Kaffeetafel. Deren Ausstattung basiert auf Nachhaltigkeit und wird vom Bezirksamt und NEW STANDARD.S getragen. Mehrweg­geschirr und Bio-Produkte kommen auf den Tisch, die Umwelt wird geschont.

Du willst jetzt wissen, was auf dem Platz vor dem Hufeisen alles los ist? Komm dazu, schau und hör dir an, was dort alles stattfinden wird. Deine Nachbarschaft rund um die Hufeisensied­lung sorgt an diesem Tag für eine fröhliche Stimmung und abwechslungsreiche Aktionen für alle Al­ters­gruppen.

Ob als aktiver oder zuschauender Gast: du bist herzlich will­kommen.

Neben Informationen der gast­gebenden Insti­tutionen, Handy­tipps, einem Quiz und Musik wird auch den Kindern einiges geboten, wie z.B. Riesenseifenblasen, ein Glücksrad, Spiele, malen, basteln und was sonst noch das Herz begehrt. Kaffee, Tee und Kuchen gibt es natürlich auch! Komm einfach in diese gesellige Runde und lerne neue Menschen kennen.

Wir freuen uns auf dich!

Seniorenvertretung Neukölln

Baustellenbegehung Neuköllner Krankenhaus

Auf Einladung der Neuköllner Seniorenvertretung fanden sich am 12. März 15 Seniorinnen und Senioren zu einer Baustellenbegehung des Neuköllner Krankenhauses ein. Da nicht alle, die sich angemeldet hatten, berücksichtigt werden konnten, wird die Seniorenvertretung die Besichtigung im Herbst dieses Jahres nochmals anbieten.

Lohnend ist diese Begehung mit Sicherheit. Werden doch an die größte Krankenhaus-Neubaustelle Berlins außerordentliche Herausforderungen gestellt. Der Neubau entsteht direkt neben dem Haus 30 des Neuköllner Krankenhauses. Nach Plan soll der Neubau 2025 bezugsfertig sein. Dann soll ab dem Jahr 2026 das Haus 30 modernisiert werden und der Krankenhausbetrieb im Neubau stattfinden.

Frau Schott, Architektin des Planungsbüros, erklärte diese komplexen Vorgänge sehr genau und für uns Besucher*innen gut nachvollziehbar. Der Projektleiter Herr Albert begleitete die Gruppe über die gesamte Baustelle und stand ebenfalls für Fragen und Erklärungen zur Verfügung.

Mit Bauhelmen geschützt begann für uns die Führung auf der unteren Ebene. Darüber werden insgesamt fünf Etagen ausgebaut. Alle Geschosse haben ca. 6000 qm. Wer glaubt, dass sei alles, hat sich getäuscht: unter dem ebenerdigen Erdgeschoss befindet sich unterirdisch ein Technikge­schoss und wiederum darunter eine Ebene für die automatische Warenzulei­tung. Die Informationen waren so vielfältig, dass hier nur Einige dargestellt werden können. Zumal bei der Begehung der Baustelle größte Achtsamkeit notwendig war.

Hier ein kurzer Ausschnitt zu den einzelnen Geschossen:

Im Erdgeschoß wird die Rettungsstelle mit dem Aufnahme- und Wartebereich und allen dazugehörigen Räumen zur notwendigen sofortigen Versorgung eingerichtet.

Im ersten Geschoß werden eine kardiologische Abteilung mit zwei OP-Räumen, eine Abteilung für Endoskopie und für die Computertomografie (CT) eingerichtet. Diese Abteilungen sollen sowohl stationär als auch ambulant genutzt werden. Daher ist hier ein Übergang zum Haus 30 geplant. Außerdem werden auf dieser Etage Einbettzimmer mit Schleusen für Intensivpatienten eingerichtet.

Im zweiten Geschoß entstehen 16 OP-Säle. An einen der OP-Säle grenzt direkt ein Raum für Magnetresonanztomographie (MRT). Alle OP-Säle sind mit Außenlicht, Terrazzoböden und Deckenversorgungseinheiten versehen.

Das dritte Geschoß ist der Technik vorbehalten, insbesondere den Lüftungsanlagen für den darunterliegenden OP-Bereich. Aber auch der Umkleidebereich für die OP-Mitarbeiter*innen ist wegen der sterilen Notwendigkeit in der OP-Etage hier angesiedelt.

In der vierten und fünften Etage sind für die allgemeine Pflege pro Etage auf je zwei Stationen mit Innenhof 116 Betten in 68 Zimmern vorgesehen.

Hervorzuheben ist, dass alle Räume, in denen medizinisch gearbeitet wird oder in denen Patienten liegen, mit Tageslicht ausgestattet sind. Geschützt sind die Fenster z. T. mit Lochblechen, so dass Tages­licht hindurchkommt, aber die Blickdichte von außen gewährt ist. Auch an Sonnenschutz wurde gedacht und in der vierten und fünften Etage kann die Raumtem­peratur durch eine Baukernakti­vierung in der Betondecke um 1 bis 2 ° gesenkt werden.

Der Höhepunkt erwartete uns am Ende der Begehung: der zukünftige Hubschrauberlandeplatz hoch oben auf dem Dach des Neubaus. Dieser thront auf einer stabilen Konstruktion auf dem Dach des Hauses. Zur Möglichkeit der Reinigung von Regenwasser von Schadstoffen z. B. Kerosin ist in diese Konstruktion ein Auffangbecken für Wasser mit eingebaut worden.

Hier oben an der höchsten Stelle unserer Begehung hatten wir einen guten Überblick auf das Krankenhausgelände.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich bei Frau Schott und Herrn Albert für diese sehr interessante und engagierte Baustellenbegehung bedanken.

Bericht: Gabriele Küchler

Die einen demonstrieren, die anderen feiern

Der Frauentag wurde auf Anregung der Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern organisiert. Seit 2019 ist er am 08. März ein Feiertag in Berlin.

Die Seniorenvertretung hat sich zum Feiern entschieden und an diesem Tag zu einer üppigen Kaffeetafel umrahmt von musikalischen Beiträgen in die Seniorenfreizeitstätte Alt-Buckow eingeladen.

Zwei junge Frauen, Nadja und Ulrike, verzauberten mit ihren klaren Stimmen die 25 Gäste und animierten sie mit fröhlichen und besinnlichen Liedern aus aller Welt zum Lauschen und zum Mitsingen.

Ein schöner Nachmittag, von dem sich die Gäste eine baldige Wiederholung wünschen.

Bericht: Christiane Wanjura-Hübner

Führung durch das Kanzleramt am 19.04.2024

Das Gebäude ist eines der imposantesten Bauwerke im neu entstandenen Regierungsviertel. Tatsächlich ist es das größte Regierungshauptquartier der Welt – achtmal größer als das Weiße Haus. Es vermittelt Transparenz, um damit den Kontakt der Politik nach Draußen zu symbolisieren. Großflächig benutzte Farben stehen für klassische Tugenden wie Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit, Weisheit usw.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 30 Personen.

a die Besucher des Kanzleramts vorab über das Bundeskriminalamt kontrolliert werden müssen, bitten wir um Anmeldungen mit vollständigem Namen, Geburtsdatum und Geburtsort. Für den Besuch selbst ist dann ein Personalausweis oder Reisepass mitzubringen. Nähere Informationen zum Treffpunkt und zu den Sicherheitsmaßnahmen erhalten Sie nach Anmeldung.

Besichtigungstermin: Freitag, 19.04.2024, 11:00 -12:30 Uhr

Anmeldeschluss: 20.03.2024

Anmeldung: Wir benötigen Ihren Namen, E-Mailadresse und Telefonnummer.

Zuhören und Mitsingen am Frauentag

Singen in Gemeinschaft und dem Singen lauschen machen uns glücklich und beleben unsere Sinne und unseren Geist.

Die Seniorenvertretung lädt Sie ein zu einem bunten Potpourri von fröhlichen und besinnlichen Liedern aus aller Welt. Wir werden bekannte Volkslieder singen und einfache Weisen aus unterschiedlichen Kulturen.

Vorkenntnisse sind weder für das Zuhören noch für das Mitsingen erforderlich.

Wir sind Nadja und Ulrike und singen schon viele Jahre miteinander und mit anderen Menschen zusammen.

Wir freuen uns auf Sie und das gemeinsame Schlemmen an einer fröhlich-bunten Frauentags-Kaffeetafel.

Termin: 08.03.2024, 15:00-17:00
Ort: Seniorenfreizeitstätte Alt-Buckow 18

Neue Architektur auf der Hermannstraße

Entlang der Hermannstraße werden sukzessive entwidmete Friedhofsflächen bebaut. Eines der bereits fertiggestellten Projekte ist der Neubau der Schöpflin-Stiftung, ein Haus für die »Spore-Initiative«.
Dieser geht es darum, Natur und Kultur in Einklang zu bringen und Projekte zu fördern, die sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie für einen ökologischen Wandel ein-setzen.

Soziale Verantwortung in Verbindung mit Kunst und Schönheit stehen im Mittelpunkt. Und: es soll ein Haus für alle sein mit vielen kostenlosen musikalischen, filmischen und künstlerischen Angeboten für Kinder und Erwachsene.

Wir werden durch drei Ausstellungsbereiche geführt, erfahren etwas zur Architektur des Hauses und über die laufenden und geplanten Projekte.

Das Café im Erdgeschoss ist geöffnet.

Termin: 13. Februar 2024, 11:00 bis ca. 12:30 Uhr
Ort: Hermannstraße 86

Was macht eigentlich die Seniorenvertretung Neukölln?

Im Laufe des ersten Halbjahres 2023 haben wir eine Beratungsstruktur für die Senioren und Seniorinnen in Neukölln aufgebaut, wo Anliegen und Belange aufgenommen, bearbeitet oder weitergeleitet werden.

Neben unseren persönlichen Sprechstunden sind wir zudem auch auf ausgewählten Veranstaltungen des Bezirks (kürzlich z.B. bei den 650-Jahrfeiern von Buckow und Rudow) und darüber hinaus mit einem Stand vertreten, um Fragen und Anregungen entgegenzunehmen.

In den monatlichen Zusammenkünften planen wir Seniorenvertreter*innen interessante Informationsveranstaltungen und -ausflüge. So gab es z.B. den Besuch in der Helene-Nathan-Bibliothek, wo speziell seniorenrelevante Angebote vorgestellt wurden, oder die Aufklärung über Trickbetrügereien und den Schutz davor durch einen engagierten und erfahrenen Kriminalbeamten.

Als besonders eindrucksvoll erwies sich eine „politische Stadtrundfahrt“ mit unserem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Hakan Demir, die neben dem Besuch des Paul-Löbe-Hauses inkl. Gespräch mit dem Politiker auch Ausstellungen, ein gemeinsames Mittagessen und eine Rundfahrt durch die Innenstadt mit kompetenten und kurzweiligen Erläuterungen umfasste. Eine kostenlose Tagesfahrt, die aufgrund der rundweg positiven Resonanz den Teilnehmenden im Gedächtnis bleiben wird.

Immer wieder laden wir in unsere öffentlichen Plenumssitzungen auch Menschen mit besonderen Projekten ein. Ein Beispiel dafür ist Lisa Lauter gewesen, die mit dem Anliegen Jung und Alt zu verbinden, unter dem Titel „Old and Gold“ Interviews erstellt, um sie als podcasts zu veröffentlichten (https://oldandgoldpodcast.com/anhoeren). Auch mit Themen wie Trauerbewältigung, ehrenamtliches Engagement und Digitalisierung im Alter beschäftigen wir uns, wobei wir jederzeit weitere Anregungen gerne entgegennehmen.

Neben den genannten Aktivitäten, gibt es auch viel Gremienarbeit (Landes- und Bezirksebene). Während es ein erfolgreiches Wirken mit dem Senioren Service und dem Dezernat „Soziales“ gibt, ist die Arbeit mit der BVV noch Ausbau fähig. Auch hier sind wir dran, unseren Anliegen Gehör zu verschaffen.

Machen Sie mit. Mitmachen. Mitgestalten. Ü60 ist das Motto.

E-Mail: info@Seniorenvertretung-Neukoelln.de / Telefon: 030 90239-2779

Einsamkeit bis in den Tod

Eine Feierstunde für Menschen,die einsam gestorben und beigesetzt worden sind

Schon zum vierten Mal hat am 15. Januar die Neuköllner Gedenkfeier für einsam Verstorbene in der Philipp-Melanchthon-Kirche stattgefunden, die diesmal sogar per Livestream verfolgt werden konnte bzw. angeschaut werden kann (zum Video). Diese Menschen wurden ordnungsbehördlich bestattet – so heißt das im Amtsdeutsch. Das sind Neuköllner*innen, die mit uns in diesem Bezirk gelebt haben, denen wir vielleicht auf der Straße, beim Arzt, im Supermarkt begegnet sind. Das sind Menschen, die allein in ihren Wohnungen oder auf der Straße gestorben sind oder keine Angehörigen hatten, die ihre Asche auf dem Weg zum Grab begleitet haben, und überwiegend im Seniorenalter waren.

Im Jahr 2022 betraf dies 209 Neuköllner Senior*innen und 14 jüngere Menschen, die nun auf dem alten Domfriedhof St. Hedwig in Mitte ihre letzte Ruhestätte fanden und derer in einer Feierstunde gedacht wurde. Schon beim Eintritt in den sakralen Raum strahlte den Besucher*innen eine Lichterspirale im Altarraum ent­gegen und schaffte eine feierliche Atmosphäre. Für jeden Verstorbenen flackerte eine kleine Kerze, und ihre Anzahl machte betroffen. Nach den einstimmenden Orgelklängen von J.S. Bachs »Air« durch die Kantorin Arisa Ishibashi begrüßten die beteiligten Institutionen die in recht großer Anzahl erschienenen Gäste, darunter auch verschiedene Bezirksverordnete, die stellvertretend für viele an dieser Feier teilnahmen.

Anteilnahme am Schicksal dieser Menschen zu Lebzeiten ist eine immer­währende Aufgabe der Gesellschaft, der wir uns besonders auch in der Neuköllner Senioren­vertretung widmen möchten. So sprach Bürgermeister Martin Hikel seinen Dank dafür aus, dass diesen Menschen durch die Gedenk­stunde eine Würdigung zuteilwird und Superintendent Dr. Christian Nottmeier wies auf die Bedeutung des Namens hin, den ein jeder Mensch bei seiner Geburt bekommt, indem er aus dem Alten Testament zitierte: »Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.« Gerhard Paul vom Vorstand der Heilhaus-Stiftung Ursa Paul erläuterte die Bedeutung der Spirale als ein Symbol des Lebensweges von der Geburt bis zum Tod. Anschließend leitete der Pfarrer von St. Clara, Ulrich Kotzur, mit einem berührenden Eintrag aus dem Gästebuch zum Verlesen der einzelnen Namen über.

Und dann hatte jeder Name Raum, bekam Gewicht, durfte wirken. Neben Bürgerinnen und Bürgern verlasen auch die Bildungsstadträtin Karin Korte und Sozialstadt Falko Liecke Namen der Verstorbenen, unterbrochen von musikalischen Beiträgen, die zu Herzen gingen und den Nachhall der Namen verstärkten. Besonders der Klang eines Flötensolos erreichte die Herzen der Gäste, und ein sanftes Gesangsduo beeindruckte, nahm es doch die Bedeutung der Spirale mit den Worten von Ursa Paul und der Musik von Michael Hoffmann auf:

Geburt
das Kommen aus der Liebe
Tod
das Zurückgehen in die Liebe
Der Zwischenraum unser Leben
ein Geschenk,
um diese Liebe in unseren Seelen zu entfalten

Als der Chor vom Freundeskreis für Lebensenergie e.V. gegen Ende mit Gitarren- und Orgelbegleitung das »Halleluja« von Leonard Cohen anstimmte, beteiligten sich auch die Besucher*innen an der würdigen Ehrung der Verstorbenen, indem sie mitsangen.

Den gemeinsamen Abschluss bildete das vom gastgebenden Pastor Jan von Campenhausen und dem katholischen Pfarrer gesprochene »Vater unser«, das viele Teilnehmende mitbeteten.

Obwohl die letzten Orgeltöne zu „Bist du bei mir“ von J.S. Bach schon lange verklungen waren, blieben die Menschen noch minutenlang in Stille sitzen, ehe sie sich zum Austausch bei Getränken und einem kleinen Imbiss trafen. Hier wurde die Atmosphäre leichter und vertiefende Gespräche über die Notwenigkeit, der Einsamkeit durch Aufmerksamkeit, Mitmenschlichkeit und Angebote rechtzeitig zu begegnen, fanden statt. Schließlich wünschen wir uns alle eine liebevolle Sterbebegleitung und einen würdigen Abschied im Kreise von anteilnehmenden Menschen.

Neuköllner Seniorenvertretung

Bestattungsfeld der einsam Verstorbenen.
Alter Domfriedhof St. Hedwig. Liesenstraße 8

Die Britzer Weinkultur

Wer hätte gedacht, dass Berlin ein offizielles Weinanbaugebiet ist?

Wir – ca. 20 überwiegend Senior*innen –, die der Einladung des Britzer Weinkultur e.V. gefolgt waren, sicher nicht.

Aber wir ließen uns von kompetenten Fachleuten aufklären: bei recht frischen Temperaturen im „grünen Klassenzimmer“ sitzend erfuhren wir, wie der Wein bereits im 12. Jahrhundert nach Berlin kam und heute 2000 Rebstöcke und 10 Rebanlagen (Volkspark Humboldthain, Hessische Landesvertretung, Stadion Wilmersdorf, Max-von-Laue-Oberschule, Wiener Weingast‘l am Wasserturm, Volkspark Prenzlauer Berg, Gärtnerei Hofgrün, Carl-Legien-Schule, Britzer Weingut) umfasst.

Rebstöcke im Frühling

Bei Verkostung eines 12%igen exzellenten Rotweins konnten viele Fragen zu Rebsorten, Hege, Verarbeitung und Reinheit beantwortet werden. Bei einem Rundgang über das Weingut zwischen den noch unbelaubten Rebstöcken konnten wir uns einen Eindruck verschaffen, wie viele Arbeitsschritte und liebevolle Pflege zu einem guten Weinergebnis notwendig sind. Zum Aufwärmen und zur Verkostung des Weißweins nahmen wir in der Winzerstube Platz, wo wir zusätzlich mit kleinen Leckereien verwöhnt wurden.

Im kleinen Hofladen freuen sich Mitarbeiter*innen der Agrarbörse Deutschland e.V. auf Besuch. Montags bis freitags zwischen neun und 14 Uhr können dort u.a. die Britzer Weine erworben werden. Eine Bücherstube lädt ein zum Stöbern, Lesen und Tauschen von gebrauchten Büchern. Und auch tierische Gäste sind herzlich willkommen: ein Insektenhotel wird rege genutzt und ein Imker kümmert sich vor Ort um regionalen Honig. Außerdem können Kenntnisse zu Kräutern anhand einer Kräuterschnecke aufgefrischt werden. Die Vielfalt und das liebevolle Engagement haben die Besucher*innen verzaubert.

Die durchweg ehrenamtlich aktiven Vereinsmitglieder, zu denen überwiegend Senior*innen – darunter einige Bezirks­verordnete – gehören, bieten neben regel­mäßigen Führungen auch diverse Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und Vorträge an. Es lohnt sich also immer wieder, diesen inspirierenden Ort aufzusuchen. Übrigens findet sich ein Hinweis darauf, dass Neukölln schon lange zu den Weinanbaugebieten Berlins gehört, auch im Wappen unseres Bezirks, das neben dem Brandenburger Adler und dem Johanniterkreuz den Abendmahlskelch der Böhmischen Kolonisten zeigt.

Neuköllner Seniorenvertretung
Christiane Wanjura-Hübner und Gabriele Küchler