Alt und Jung im Comeniusgarten

Anfang Oktober trafen sich acht kulturbeflissene Seniorinnen und ein Senior, um sich vom Initiator des Comeniusgartens Henning Vierck durch das kleine 1995 eröffnete Paradies mitten im Böhmischen Dorf führen zu lassen. Während des Wartens auf Einlass winkte uns der zufällig vorbeikommende Neuköllner Bundestags­abgeordnete Hakan Demir von der anderen Straßenseite zu. Und kaum durften wir den Garten betreten, kamen auch schon die ersten Kita-Gruppen hereingelaufen und begrüßten den Politologen und Wissenschaftler sehr selbstbewusst mit einem fröhlichen „Hallo, Henning“.

Das Werk des mährischen Philosophen, Bischof und Pädagogen Johann Amos Comenius (*1592 / +1670) wurde in diesem Garten wissenschaftshistorisch rekonstruiert: Der Rundgang zeichnet den Lebensweg des Menschen nach, während Themen aus verschiedenen Werken und dem wissenschaftsgeschichtlichen Umfeld des Theologen umgesetzt werden. 

Wir Besucher*innen trotzen dem Wind und genossen die Schönheit des Ortes inklusive der kompetenten Ausführungen seines Begründers, der mit viel Herzblut vor allem den Kindern vielfältige Naturerlebnisse mit seinem Lebenswerk vermitteln möchte.

Christiane Wanjura-Hübner

un_endlich. Leben mit dem Tod

Ausstellung im Humboldt Forum – noch bis zum 26.11.2023

Das Humboldt-Forum thematisiert einem Tabu-Thema – dem Tod. Genauer gesagt mit der letzten Phase menschlichen Lebens, dem Sterben. Es werden unterschiedliche Aspekte in einer medialen sehr ansprechenden Weise dargestellt. Zu Beginn wird der Tod aus religiöser, kultureller, philosophischer und spiritueller Sicht vorgestellt. Hierbei kommen die aus europäischer Sicht prägnantesten Religionen dem Christentum, dem Islam und dem jüdischen Glauben zu Wort. Aber auch die Weltreligion des Buddhismus finden ihren Platz als auch religiöse Weltvorstellungen aus Afrika und weltlich orientierte Vorstellungen.

Copyright:
RFK Architects & Tom Piper / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Alexander Schippel

Die zweite Station der Ausstellung ist die eigene Reflektion vom Tod und Sterben. Entspannt auf Liegen werden Fragen zur Beantwortung gegeben. Fragen die sich auf das Sterben beziehen und die eigene persönliche Vorstellung anregen. Gleichzeitig ist es auch körperlich entspannend, etwas zu ruhen.

Die dritte maßgebliche Station ist eine Videoinstallation, in der sich 12 Menschen zu Fragen des Sterbens äußern. Menschen die mit dem Tod beschäftigt sind. Religiöser Führer, Sterbebegleiter, Ärzte und Priester geben ihre Erfahrungen, Einstellungen und Kenntnisse zu Themenkomplexen wie in einem Gespräch wieder.

Dieser Teil der Ausstellung ist der wahrscheinlich tabuisierte Teil, da hier die letzten Stunden und Minuten des Lebens beschrieben werden. Die Wünsche und Ängste der Sterbenden und Hinterbliebenen werden ausgesprochen. Es werden Wege der Sterbebegleitung gezeigt, die einen möglichst friedvollen Tod ermöglichen. Dies geschieht in feinfühliger Art und Weise, die volle Empathie spüren lässt und so einen Zugang zum Tod ermöglicht. Die Verdrängung vor der Frage des Todes wird auf eindrucksvolle aufgehoben.

Es treten auf:

Rafael Ernesto
Mamanché González,
Muisca Community Leader,
Sesquile, Kolumbien
Noreen Chan,
Ärztin in der Palliativpflege,
Singapur
Kodjo Senah,
Familienoberhaupt, 
Accra, Ghana
Aysel Erki,
ehrenamtliche Sterbebegleiterin,
Diyarbakir, Türkei
Anurag Hari Shukla, 
Sterbebegleiter,
Varanasi, India
Myriam Rios, 
spirituelle Sterbebegleitung im Hospiz, Guatemala­Stadt, Guatemala
Mike Kelly,
Shxw’ōwhámél Ältester,
Hope, British Columbia,
Kanada
Hadley Vlahos,
Hospizkrankenpflegerin,
New Orleans, USA
Bukelwa Sigila,
Sangoma (traditionelle Heilerin der Zulu und Xhosa)
Kapstadt, Südafrika
Rachel Ettun,
spirituelle Sterbebegleiterin,
Jerusalem, Israel
Patrice Dwyer,
Death Doula, Kingston, 
Jamaika
Thích Thiên Nguyên,
Buddhistischer Mönch,
Dong Dap, Vietnam
Copyright:
Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Alexander Schippel

Die übrigen Stationen sind vergleichsweise profan, wenn Statistiken über Häufigkeiten von Todesarten genannt werden oder der Einblick in einen nachgebauten Raum einer Phatologie gegeben wird.

Die Ausstellung ist empfehlenswert für fast alle Altersgruppen. Der Tod tritt nicht erst ab Ü60 auf, wenngleich die Wahrscheinlichkeit steigt. Der Umgang und das Verständnis für den Tod ist unserer Gesellschaft nicht verloren gegangen, aber verdrängt worden. Tod wird häufig als ein monetäres Problem gesehen. Die Kommerzialisierung hat auch den Lebensbereich fest im Griff.

Ort: Schloßplatz, 10178 Berlin
Öffnungszeiten: 10:30 – 17:00 Uhr
offizielle Seite der Ausstellung Humboldt Forum:
hier

(Werner Schmidt, Seniorenvertretung Neukölln)

Was? Wann? Wo?

Der Senioren Service des Neuköllner Bezirkamtes gibt monatlich eine Broschüre mit Veranstaltungshinweisen und Information für Senioren* heraus. Die Broschüre liegt in Papierform an unterschiedlichen Orten des Bezirkes aus (Seniorenfreizeitstätten, Rathaus, Büchereien u. ä.). Bei uns können Sie die Broschüre auch als PDF-Datei anschauen und herunterladen.


Monatsausgaben

Ausgabe April 2024

Ausgabe März 2024

Ausgabe Februar 2024

Ausgabe Januar 2024


Ausgabe Oktober 2023

Ausgabe November 2023

Ausgabe Dezember 2023

Seniorenfreizeitstätten in Neukölln

Neukölln verfügt über Seniorenfreizeitstätten, in denen man sich einfach zum Reden, Kaffeetrinken, Spielen treffen kann. Und es gibt feste Freizeitangebote. Diese sind in den Freizeitstätten abzufragen.

Adressen und Öffnungszeiten

Seniorenfreizeitstätte “Alt-Buckow 18”
Alt-Buckow 18, 12349 Berlin
 
Ansprechpartnerin
Telefon
Frau Winkel
(030) 604 10 59
Öffnungszeiten 
Montag10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Dienstag10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Mittwoch10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Freitagnur bei Veranstaltungen geöffnet
VerkehrsmittelU7 bis Johannisthaler Chaussee,
Bus 172, 744, M44, M11, X11

Behindertenfreizeitstätte “Alt – Buckow 16”
Alt-Buckow 16
12349 Berlin
 
Ansprechpartnerin
Telefon
Frau Simon
(030) 604 20 27
Öffnungszeiten 
Montag08.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Dienstag08.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Mittwoch08.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Donnerstag08.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Freitag08.00 Uhr bis 14.00 Uhr
VerkehrsmittelU7 bis Johannisthaler Chaussee,
Bus 172, 744, M44, M11, X11

Seniorenfreizeitstätte “Alt – Rudow 60 a”
Alt – Rudow 60 a
12355 Berlin
(Zugang auch über Neuköllner Str. 333 möglich)
 
Ansprechpartnerin
Telefon
Frau Borchardt / Frau Müller
(030) 290 36 885 / (030) 90239 2298
Öffnungszeiten 
Montag09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Dienstag09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Mittwoch09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Freitag09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
VerkehrsmittelU7, Bus 162, 171, 271, 744

Freizeitstätte “Bruno Taut”
Fritz-Reuter-Allee 50
12359 Berlin
 
Ansprechpartner
Telefon
Herr Krumm
(030) 547 15 504
Öffnungszeiten 
Montag09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Dienstag09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Mittwoch09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Donnerstag09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Freitag09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
VerkehrsmittelU7, Bus 171, M 46

Freizeitstätte “Gemeinschaftshaus Gropiusstadt”
Bat-Yam-Platz 1
12353 Berlin
 
Ansprechpartner
Telefon
z. Z. ohne Leitung
(030) 319 86 636
Öffnungszeiten 
Montag10.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Dienstag10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Mittwoch10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Freitag10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
VerkehrsmittelU7, Bus 744, M11, X11, X71

Helene-Nathan-Bücherei -Veranstaltungsbericht

Am 19. Februar kamen auf Einladung der Neuköllner Seniorenvertretung Neukölln in Verbindung mit der Helene-Nathan-Bücherei elf Menschen zu einer Führung durch die Bücherei zusammen, nachdem sie den Weg über Parkhaus, Aufzug, Rampen und gewundenen Wegen gefunden hatten. Die freundliche Bibliothekarin Frau Lumpe empfing die Gruppe und erläuterte kompetent und lebendig, was Ihre Einrichtung speziell für die älteren Mitbürgerinnen zu bieten hat. Dabei war sogar für das leibliche Wohl der Besucherinnen gesorgt.

Elf Besucher beim entspannten Zuhören des Vortrages von Frau Lumpe (Helene-Nathan-Bücherei)

Neben Großdruck- und Hörbüchern, können auch Bestseller, Medien, Spiele, Zeitschriften sowie neuerdings auch Musikinstrumente ausgeliehen werden. Diverse fremdsprachige und einige Brailledruck-Bücher gehören dabei mit zur Auswahl. Was man wahrscheinlich nicht so ohne weiteres an solch einem Ort vermutet: In Kreativwerkstätten, die für alle Altersgruppen offen sind, können T-Shirts mit eigenen Bildentwürfen bedruckt werden, für Sekundarschüler*innen stehen Coaches zur Vorbereitung von Abschlussprüfungen und für Nachholbedürfnisse bereit, auf die Kleinen warten ein Lesehaus zum Kuscheln und Vorlesestunden. PCs und Drucker stehen jedem für jeweils eine Stunde zur Verfügung, Hilfen beim Umgang mit der Technik werden gegeben.

Selbst ein Lastenfahrrad namens Herbert gibt es, das in den Sommermonaten auf bestimmte Plätze gefahren wird, um dort eine Auswahl von Büchern und Medien für die Menschen, die den Weg nicht gleich in die größte Neuköllner Bibliothek finden, präsentieren zu können.

Als sogenannter 3. Ort (neben Wohnung und Berufsort) lädt die Helene-Nathan- Bibliothek mit ihrer angenehmen und im oberen Bereich absolut ruhigen Atmosphäre zum Zeitunglesen, Stöbern, Surfen und einfach Verweilen in den 4. Stock der Neukölln Arcaden ein. Und dazu braucht man nicht einmal einen Bibliotheksausweis! Zu besonderen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Spielenachmittage, Fortbildungen und Lesungen – z.T. mit musikalischer Begleitung – wird regelmäßig über Flyer, Plakate und unter nebenan.de eingeladen. Es lohnt also, die Angebotsankündigungen aufmerksam zu verfolgen. Das unglaublich vielfältige Angebot ist beeindruckend und durchweg kostenlos, so dass jeder Besuch lohnt.

Neuköllner Seniorenvertretung (Christiane Wanjura-Hübner)